Einträge: Beiträge | Kommentare
Suchen
Privatversicherte wechseln zur gesetzlichen Krankenversicherung
Nach Angaben einiger gesetzlicher Kassen steigt die Zahl der Privatpatienten, die in die gesetzliche Versicherung zurückkehren wollen deutlich. Immerhin neun Prozent mehr als im Vorjahr, nämlich 27.600 Versicherte wechselten laut einem Bericht bereits im Laufe des vergangenen Jahres von der privaten Konkurrenz zur Barmer GEK. Die Techniker Krankenkasse bestätigte eine ähnliche Tendenz: Dorthin wechselten im vergangenen Jahr fast zwölf Prozent mehr, also 68.000 Versicherte.
Bis um die Hälfte erhöhten private Krankenversicherung ihre Beiträge zum 1. Januar in Extremfällen. Tarife für private Kassen können dazu auch im Alter noch teurer werden. Da sie im Aufschwung der Wirtschaft sehenswerte Überschüsse erwirtschaftet haben, sind dagegen die gesetzlichen Kassen gut abgesichert. Deshalb wurde der gesetzliche Beitrag bis jetzt noch nicht gesenkt. Auf die Zusatzbeiträge, die viele Menschen aus gesetzlichen Versicherungen vertrieben hatten, wollen allerdings bald auch die letzten Kassen verzichten.
Das Problem liegt jedoch darin, dass der Austritt aus Privatkassen gesetzlich eigentlich nur in Ausnahmefällen vorgesehen ist, wie zum Beispiel für Privatversicherte deren Angestelltengehalt unter die Versicherungspflichtgrenze von 45.900 Euro sinkt, die arbeitslos werden, sowie für Selbstständige, die in eine Festanstellung mit ähnlicher Bezahlung wechseln. Doch über Umwege helfen die Kassen auch Wechselwilligen ohne schwerwiegenden Grund. Jedoch geht beim Wechsel des Anbieters oft Geld verloren, geben Verbraucherschützer zu bedenken. Zum Wechsel innerhalb einer Krankenkasse raten sie daher.
“Tatsache ist, dass jedes Jahr weitaus mehr gesetzlich Versicherte in die private Krankenversicherung wechseln als umgekehrt” widersprach der Verband der privaten Krankenversicherungen (PKV) dem Bericht des Spiegels. Als “unseriös” bezeichneten sie, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen einen anderen Anschein zu erwecken suchten.
Um zehn Prozent müssten die gesetzlichen Krankenkassen ihre Beiträge erhöhen, “bekäme sie nicht 15 Milliarden Euro jährlich Zuschuss auf Kosten der Steuerzahler, ganz zu schweigen von Zuzahlungen, Praxisgebühren und Leistungskürzungen” fügte PKV-Sprecher Stefan Reker hinzu.












